Mein Leben als Lehrer

Mittlerweile wisst ihr ja recht viel über mein Leben als Lehrer. Ich habe euch erzählt wo ich studiert habe, ich habe euch erzählt welchen täglichen Wahnsinn ich im Lehrerzimmer erlebe und was ich von einem Studium in England halte.

Jetzt gebe ich euch aber einen Auszug aus meinem täglichen Leben als Lehrer. Viele von euch sind gar nicht Lehrer und ihr könnt euch nicht vorstellen wie es wirklich ist, als Lehrer mit Familie ein ganz normales Leben zu führen.

Die Zeit kurz vor dem Feierabend

Alle Lehrer freuen sich und die Stimmung im Lehrerzimmer ist großartig. Endlich nach Hause, endlich Ruhe, und endlich mehr Zeit mit den Kindern verbringen. Das klingt erstmal so toll, aber mehr dazu gleich später.

Also, die letzte Stunde läuft an und glücklicherweise habe ich Freistunde, d.h. ich versuche meine Aufgaben noch im Lehrerzimmer zu erledigen, was im Lehrerzimmer nicht immer so einfach ist, wie ich euch berichtet habe.

Die letzten Minuten laufen an und es ist soweit. Feierabend! Ich packe meine Sachen und verabschiede mich von meinen Kollegen und weg bin ich. Ab ins Auto, beruhigende Musik an und genüsslich fahre ich nach Hause.

Zuhause geht der Wahnsinn weiter

Zuhause angekommen, erwarten mich meine Frau und Kinder. Ich bin glücklich und endlich habe ich meine Ruhe. Ruhe vor den ganzen Kindern in der Schule, aber Ruhe vor meinen eigenen Kindern habe ich nicht. Das ist der große Unterschied. Zwar nerven meine eigenen Kinder nicht so viel wie diese in der Schule, trotzdem aber muss ich mich ja auch mit diesen beschäftigen.

Mein Sohn ist ja immer ganz ruhig und hört auf meine Ideen und Empfehlungen. Meine Tochter ist aber in letzter Zeit sehr rebellisch und hat ganz ihren eigenen Kopf. Sie möchte unbedingt eine Ausbildung zur Kosmetikerin machen. Ich sage ihr, dass das keine gute Idee ist. Sie hat schließlich sehr gute Noten in der Schule und soll lieber ein Studium machen. Das halte ich für angemessen.

Meine Tochter kontert und meint, dass man mit einem Studium nicht so schnell Geld verdienen kann und man als Student kein gutes Leben hat. Sie erzählt von ihren Freunden, dass man mit einer Ausbildung zur Kosmetikerin gutes Geld verdienen kann. (Was laut dieser Seite Quatsch ist.)

Ich bin fast jeden Tag am Diskutieren mit ihr und sage ihr immer wieder, dass eine Ausbildung zur Kosmetikerin keine gute Idee ist. Sie soll lieber studieren gehen. Meine Frau sagt ihr dasselbe. Ihr wisst aber wie Mädchen in diesem Alter sind, sehr rebellisch und sie wissen ja immer besser, was gut für sie ist.

Ihr dürft mich jetzt nicht falsch verstehen. Ich liebe meine Familie und Kinder über alles. Nur wünsche ich mir, manchmal mehr Ruhe zu haben, wenn ich nach Hause kommen. Denn schließlich erlebe ich schon genug Wahnsinn in der Schule.