Mein Auslandsstudium in England

Heute möchte ich euch über mein Studium in England berichten und die Unterschiede zum Bildungssystem in Deutschland.

Das Studium in Deutschland

Die ersten Semester habe ich natürlich in Deutschland studiert. Das Studium in Deutschland beinhaltete alles, was man sich unter einem deutschen Studium vorstellen konnte. Straffe Strukturen, tolle Studentenfeiern gerade am Anfang eines jeden Semesters und ein hohes Lernpensum.

Gerade bei einem Studium in Deutschland ist man häufig Einzelkämpfer. Meistens sind die Lerngruppen recht groß und man versinkt geradezu in Anonymität.

Mein Auslandsstudium habe ich sorgfältig geplant, d.h. ich habe mit der Organisation bereits ein Semester früher angefangen. Während dieses Semesters habe ich mich innerlich gefreut wie ein Kind. Ich dachte „endlich weg hier vom starren und langweiligen deutschen Bildungssystem“ und war daher sehr optimistisch über das ankommende Studium in England.

Ich habe mich natürlich recht umfangreich über das Studiensystem in England informiert. Von vielen Studenten habe ich aber auch gehört, dass das Studium in England recht einfach sei. Nun gut, ich kann ehrlich sagen, dass dies ein Punkt war, ein paar Semester im Ausland zu studieren, gute Noten zu holen und daneben ein bisschen zu feiern.

Also, das Semester neigten sich so langsam dem Ende zu und meine Vorfreude war natürlich groß. Jetzt ging es darum den Umzug nach England zu organisieren und das Studium in England zu beginnen.

Das Studium in England

Nun war ich also in England (bei der Univeristy of Bristol) und war schon sehr gespannt. Ich habe gemerkt, dass das Studium sehr unterhaltsam war. Ich habe einen Mentor und Ansprechperson bekommen. Ich habe das Gefühl bekommen, dass man sich richtig um mich kümmerte. Dieses Gefühl habe ich nie in Deutschland bekommen. Also, ein erster richtiger Pluspunkt des Bildungssystems in England.

Des Weiteren habe ich gemerkt, dass es weitaus einfacher war, Lernmodule zu bestehen. Ein Modul bestand meistens aus einer großen Hausarbeit und einer Klausur. Somit konnte man wirklich gute Noten holen. Im Vergleich, wenn man die Klausur in einem deutschen Modul nicht besteht, hat man das Modul automatisch nicht bestanden. Dies finde ich nicht fair, denn man kann sein Können und Wissen nicht alleine von einer Klausur abhängig machen.

Viel besser finde ich die Möglichkeit das Wissen anhand einer Hausarbeit bzw. Casestudy oder Essay anzuwenden. Der Lerneffekt ist enorm, denn durch die Anwendung bleibt das Wissen wirklich bestehen. Wenn man sich aber nur auf eine Klausur vorbereitet, lernt man alles auswendig und danach ist alles vergessen. Ein weiterer Pluspunkt für das Bildungssystem in England.

Weiterhin habe ich gemerkt, dass ich viel mehr Zeit hatte. Diese Zeit wurde oftmals genutzt um an sportlichen oder sozialen Aktivitäten an der Hochschule teilzunehmen. Oder ich bin nach Hause geflogen um meine Eltern zu besuchen. Natürlich habe ich mich darüber gefreut mehr Zeit zu haben und ausgelassen zu feiern. Gefeiert wurde richtig und zwar jede Woche. So viel Zeit hatte ich!

Die Erkenntnis und Fazit Studium in England

Während also mein zweites Semester sich so langsam dem Ende neigte, habe ich wieder Lust bekommen in Deutschland zu studieren. Ich habe mich zwar darüber gefreut, dass ich so viel Zeit hatte aber so viel Feiern machte nach einer bestimmten Zeit auch nicht mehr so viel Spaß.

Nach zwei Semestern konnte ich einen soliden Vergleich zwischen beiden Bildungssystemen ziehen. Ehrlich gesagt, kam mir das Studium in England mehr wie ein Urlaub vor, von dem ich nach zwei Semestern genug hatte. Zu diesem Zeitpunkt vermisste ich das Studium in Deutschland sehr und ich wollte wieder seriös werden.

Fazit ist also, dass ein Studium in England zu empfehlen ist. Eine sehr wichtige Erfahrung auch mal in ein ausländisches Studiensystem reinzuschnuppern. Jedoch bin ich immer noch der Meinung, dass die Qualität des Studiums in Deutschland weitaus besser ist. Dank meiner Erfahrungen in England, habe ich das deutsche Studiensystem mehr zu schätzen gelernt, und dafür bin ich sehr dankbar.