Mysterium Lehrerzimmer

Heute erzähle ich euch mal was über das Lehrerzimmer.

Das Lehrerzimmer ist gerade für Schüler ein Mysterium. Sie fragen sich was die Lehrer dahinter nur machen.

Ich habe mal wieder zwei Freistunden. Das klingt besser als es ist. Eigentlich habe ich noch viel zu tun und die Computer sind besetzt. Notgedrungen gehe ich in das Lehrerzimmer und setze mich auf meinen Platz.

Als das Lehrerzimmer noch ein richtiges Lehrerzimmer war

Früher, als ein normaler Schultag noch 5 Stunden dauerte, also von 8 bis 13 Uhr, haben wir im Lehrerzimmer über Klassenarbeiten und Unterrichtsstoff gesprochen. Oftmals haben wir auch einfach nur gequatscht über die normalsten Sachen. Die meisten Themen waren zwar belanglos und dämlich, trotzdem haben wir alle gelacht. Die alten Zeiten waren großartig.

Ich erinnere mich daran, dass ich mit meinen Kollegen über Rasierer gesprochen habe. Denen habe ich stolz erzählt, dass ich mir den neuesten Philips Rasierer gekauft habe. Es handelt sich dabei um ein Spitzenprodukt feinster Technik. Ich war so stolz auf den Rasierer, dass ich allen Menschen davon berichten musste. Auch meine Kollegen im Lehrerzimmer bekamen meinen Enthusiasmus zu spüren. Ich erzählte meinen Kollegen im Detail, was der Rasierer alles konnte.

Ich schilderte mein Problem, dass ich eine Lösung zwischen Rasierer und Nassrasur haben wollte. Die Nassrasur fand ich schon immer toll, sie dauerte aber auch zu lange. Auf der anderen Seite hatte ich einen alten Rasierer, der aber nie wirklich alle Bartstoppeln beseitigen konnte. Immer blieb was übrig.

Dann schließlich kam ich auf den Philips Rasierer. Die Rasur war so gut, dass die Haut glatt war. Nassrasieren konnte ich mich auch mit dem Gerät. Weiterhin hat mein Rasierer einen Bartschneider, wenn man seinen Bart pflegen möchte. Über den neuen Rasierer habe ich mich wie ein Kind gefreut. Einige Kollegen habe ich sogar angesteckt, so dass diese sich auch den gleichen Rasierer zugelegt hatten.

Durch das ganze Gequatsche haben wir einfach nur viel gelacht und die Schreibtischarbeit wurde zu Hause erledigt. Das also zu den alten Zeiten.

Das Lehrerzimmer heute

Ich versuche die Zeit im Lehrerzimmer sinnvoll für meine Aufgaben zu nutzen. Ich beginne also die Klassenlisten von Hand in das von den Schülern so verhasste rote Buch zu übertragen. Plötzlich werde ich von der Seite angesprochen und gefragt ob ich dienstags in der dritten Stunde in Raum A15 bin. Eigentlich will ich nicht antworten, weil ich ja beschäftigt bin, aber der Kollege hat ja ganz freundlich gefragt.

Plötzlich geht die Lehrerzimmertür auf und der Stundenplanmacher steht im Raum. Er sucht dringend nach einer Vertretung für Fr. Huber, schnauft er. Ich verstecke mir, er fragt aber ob ich gerade Unterricht habe.

Schon spricht mich der nächste Kollege an und fragt ob ich einen Moment Zeit habe. Ich sage „Nein“ und versuche hartnäckig zu bleiben. Es geht darum die Termine für die Klassenarbeiten abzustimmen und morgen ist ja Deadline. Natürlich hat er recht und das muss ja noch gemacht werden.

Und nun klingelt es zur Pause und jede Menge Kollegen strömen ins Lehrerzimmer. Es wird wieder laut. Einen Teil meiner Arbeit habe ich geschafft. Den Rest muss ich zuhause machen, aber zumindest habe ich zuhause mehr Ruhe.

Mein Auslandsstudium in England

Heute möchte ich euch über mein Studium in England berichten und die Unterschiede zum Bildungssystem in Deutschland.

Das Studium in Deutschland

Die ersten Semester habe ich natürlich in Deutschland studiert. Das Studium in Deutschland beinhaltete alles, was man sich unter einem deutschen Studium vorstellen konnte. Straffe Strukturen, tolle Studentenfeiern gerade am Anfang eines jeden Semesters und ein hohes Lernpensum.

Gerade bei einem Studium in Deutschland ist man häufig Einzelkämpfer. Meistens sind die Lerngruppen recht groß und man versinkt geradezu in Anonymität.

Mein Auslandsstudium habe ich sorgfältig geplant, d.h. ich habe mit der Organisation bereits ein Semester früher angefangen. Während dieses Semesters habe ich mich innerlich gefreut wie ein Kind. Ich dachte „endlich weg hier vom starren und langweiligen deutschen Bildungssystem“ und war daher sehr optimistisch über das ankommende Studium in England.

Ich habe mich natürlich recht umfangreich über das Studiensystem in England informiert. Von vielen Studenten habe ich aber auch gehört, dass das Studium in England recht einfach sei. Nun gut, ich kann ehrlich sagen, dass dies ein Punkt war, ein paar Semester im Ausland zu studieren, gute Noten zu holen und daneben ein bisschen zu feiern.

Also, das Semester neigten sich so langsam dem Ende zu und meine Vorfreude war natürlich groß. Jetzt ging es darum den Umzug nach England zu organisieren und das Studium in England zu beginnen.

Das Studium in England

Nun war ich also in England (bei der Univeristy of Bristol) und war schon sehr gespannt. Ich habe gemerkt, dass das Studium sehr unterhaltsam war. Ich habe einen Mentor und Ansprechperson bekommen. Ich habe das Gefühl bekommen, dass man sich richtig um mich kümmerte. Dieses Gefühl habe ich nie in Deutschland bekommen. Also, ein erster richtiger Pluspunkt des Bildungssystems in England.

Des Weiteren habe ich gemerkt, dass es weitaus einfacher war, Lernmodule zu bestehen. Ein Modul bestand meistens aus einer großen Hausarbeit und einer Klausur. Somit konnte man wirklich gute Noten holen. Im Vergleich, wenn man die Klausur in einem deutschen Modul nicht besteht, hat man das Modul automatisch nicht bestanden. Dies finde ich nicht fair, denn man kann sein Können und Wissen nicht alleine von einer Klausur abhängig machen.

Viel besser finde ich die Möglichkeit das Wissen anhand einer Hausarbeit bzw. Casestudy oder Essay anzuwenden. Der Lerneffekt ist enorm, denn durch die Anwendung bleibt das Wissen wirklich bestehen. Wenn man sich aber nur auf eine Klausur vorbereitet, lernt man alles auswendig und danach ist alles vergessen. Ein weiterer Pluspunkt für das Bildungssystem in England.

Weiterhin habe ich gemerkt, dass ich viel mehr Zeit hatte. Diese Zeit wurde oftmals genutzt um an sportlichen oder sozialen Aktivitäten an der Hochschule teilzunehmen. Oder ich bin nach Hause geflogen um meine Eltern zu besuchen. Natürlich habe ich mich darüber gefreut mehr Zeit zu haben und ausgelassen zu feiern. Gefeiert wurde richtig und zwar jede Woche. So viel Zeit hatte ich!

Die Erkenntnis und Fazit Studium in England

Während also mein zweites Semester sich so langsam dem Ende neigte, habe ich wieder Lust bekommen in Deutschland zu studieren. Ich habe mich zwar darüber gefreut, dass ich so viel Zeit hatte aber so viel Feiern machte nach einer bestimmten Zeit auch nicht mehr so viel Spaß.

Nach zwei Semestern konnte ich einen soliden Vergleich zwischen beiden Bildungssystemen ziehen. Ehrlich gesagt, kam mir das Studium in England mehr wie ein Urlaub vor, von dem ich nach zwei Semestern genug hatte. Zu diesem Zeitpunkt vermisste ich das Studium in Deutschland sehr und ich wollte wieder seriös werden.

Fazit ist also, dass ein Studium in England zu empfehlen ist. Eine sehr wichtige Erfahrung auch mal in ein ausländisches Studiensystem reinzuschnuppern. Jedoch bin ich immer noch der Meinung, dass die Qualität des Studiums in Deutschland weitaus besser ist. Dank meiner Erfahrungen in England, habe ich das deutsche Studiensystem mehr zu schätzen gelernt, und dafür bin ich sehr dankbar.

Bildung in Deutschland auf dem höchsten Niveau

Als leidenschaftlicher Lehrer möchte ich gerne meine Erfahrungen mit dir teilen, was ich während meines Studiums in Deutschland erlebt habe.

Die ersten beiden Semester

Ich habe also die ersten Semester an der Hochschule in München studiert. Sicherlich könnt ihr euch vorstellen, dass die Anfangszeit, vor allem die ersten zwei Semester kein Zuckerschlecken waren. Ich möchte mich jetzt nicht über das Studiensystem in Deutschland beschweren. Im Nachhinein bin ich sogar dankbar über das, was ich gelernt habe. Wenn meine Professoren wissen würden, dass ich jetzt ein leidenschaftlicher Lehrer bin, dann wären diese stolz auf mich.

In den ersten beiden Semestern wird ausgesiebt, d.h. es stellt sich heraus, welche Studenten wirklich den Mut und die Motivation zum Studieren aufbringen. Häufig sagen die Professoren schon am Anfang, dass etwa 30 % der Studenten aufhören werden, weil die Klausuren zu schwierig sind. Hat man die ersten beiden Semester bestanden, Glückwunsch! Ihr habt die schwerste Zeit überstanden und jetzt geht das Studium erst richtig los.

Natürlich heißt das nicht, dass das Studium einfacher wird. Ganz im Gegenteil. Es wird sogar noch schwerer und die Klausuren natürlich auch. Das soll jetzt aber nicht heißen, das ihr dümmer werdet. Ihr werdet eine signifikante Lernkurve erfahren. Ihr lernt wie ihr den Stoff in Gruppen aufbereitet und euch zusammen auf Klausuren vorbereitet. Das Lernvolumen ist äußerst hoch.

Vorbereitung auf das reale Leben

Die Anfangszeit an der Universität ist kein Zuckerschlecken. Häufig kommt man sich vor als Einzelkämpfer und muss alleine Wege finden um sein Studium zu organisieren. Hilfe kriegt man selten. Du musst alleine die Lehrsäle auffinden, du musst schauen wo du in die Mensa gehen kannst, du musst die richtigen Bücher in der Bibliothek auffinden.

Du musst dir aber keine Sorgen machen, denn mit der entsprechenden Motivation wirst du es schaffen, dein Studium richtig zu organisieren. Diese Einzelheiten und Erfahrungen mögen jetzt abschreckend sein, sind aber wichtiger Bestandteil des Erwachsenwerdens. Du kannst mir glauben, dass erfolgreiche Studenten in der Lage sind ihr Leben in die Hand zu nehmen und dafür Verantwortung zu tragen.

Vermittlung von Lerninhalten auf höchstem Niveau

Der Workload ist echt hoch. Du wirst an der Universität so viel lernen wie noch nie zuvor. Das Lernpensum ist dabei unglaublich hoch. Ich möchte dich jetzt nicht abschrecken. Vielmehr möchte ich berichten, dass ich unheimlich stolz auf die deutsche Bildung bin. Ich habe selber im Ausland studiert, und kann daher Vergleiche ziehen. Meistens ist es gar nicht zu schaffen alles alleine zu lernen und man muss daher sich in Gruppen organisieren, um die Lerninhalte aufzubereiten und sich gezielt auf die Klausuren vorzubereiten.

Ich habe während meines Studiums auch mit ausländischen Studenten geredet und alle meinen, dass das Studium in Deutschland weitaus schwieriger sei als in ihrem Heimatland. Trotzdem sind sie alle stolz, dass sie eine Bildung auf allerhöchstem Niveau bekommen.

Mein Leben als Lehrer

Mittlerweile wisst ihr ja recht viel über mein Leben als Lehrer. Ich habe euch erzählt wo ich studiert habe, ich habe euch erzählt welchen täglichen Wahnsinn ich im Lehrerzimmer erlebe und was ich von einem Studium in England halte.

Jetzt gebe ich euch aber einen Auszug aus meinem täglichen Leben als Lehrer. Viele von euch sind gar nicht Lehrer und ihr könnt euch nicht vorstellen wie es wirklich ist, als Lehrer mit Familie ein ganz normales Leben zu führen.

Die Zeit kurz vor dem Feierabend

Alle Lehrer freuen sich und die Stimmung im Lehrerzimmer ist großartig. Endlich nach Hause, endlich Ruhe, und endlich mehr Zeit mit den Kindern verbringen. Das klingt erstmal so toll, aber mehr dazu gleich später.

Also, die letzte Stunde läuft an und glücklicherweise habe ich Freistunde, d.h. ich versuche meine Aufgaben noch im Lehrerzimmer zu erledigen, was im Lehrerzimmer nicht immer so einfach ist, wie ich euch berichtet habe.

Die letzten Minuten laufen an und es ist soweit. Feierabend! Ich packe meine Sachen und verabschiede mich von meinen Kollegen und weg bin ich. Ab ins Auto, beruhigende Musik an und genüsslich fahre ich nach Hause.

Zuhause geht der Wahnsinn weiter

Zuhause angekommen, erwarten mich meine Frau und Kinder. Ich bin glücklich und endlich habe ich meine Ruhe. Ruhe vor den ganzen Kindern in der Schule, aber Ruhe vor meinen eigenen Kindern habe ich nicht. Das ist der große Unterschied. Zwar nerven meine eigenen Kinder nicht so viel wie diese in der Schule, trotzdem aber muss ich mich ja auch mit diesen beschäftigen.

Mein Sohn ist ja immer ganz ruhig und hört auf meine Ideen und Empfehlungen. Meine Tochter ist aber in letzter Zeit sehr rebellisch und hat ganz ihren eigenen Kopf. Sie möchte unbedingt eine Ausbildung zur Kosmetikerin machen. Ich sage ihr, dass das keine gute Idee ist. Sie hat schließlich sehr gute Noten in der Schule und soll lieber ein Studium machen. Das halte ich für angemessen.

Meine Tochter kontert und meint, dass man mit einem Studium nicht so schnell Geld verdienen kann und man als Student kein gutes Leben hat. Sie erzählt von ihren Freunden, dass man mit einer Ausbildung zur Kosmetikerin gutes Geld verdienen kann. (Was laut dieser Seite Quatsch ist.)

Ich bin fast jeden Tag am Diskutieren mit ihr und sage ihr immer wieder, dass eine Ausbildung zur Kosmetikerin keine gute Idee ist. Sie soll lieber studieren gehen. Meine Frau sagt ihr dasselbe. Ihr wisst aber wie Mädchen in diesem Alter sind, sehr rebellisch und sie wissen ja immer besser, was gut für sie ist.

Ihr dürft mich jetzt nicht falsch verstehen. Ich liebe meine Familie und Kinder über alles. Nur wünsche ich mir, manchmal mehr Ruhe zu haben, wenn ich nach Hause kommen. Denn schließlich erlebe ich schon genug Wahnsinn in der Schule.